Neustart

Das „Wortknäuel“ ist nicht mein erster Blog und geht auch noch total unperfekt an den Start. Wieso, weshalb, warum?

Das ver­flix­te sieb­te jahr

Nach­dem ich 7 Jah­re lang mehr oder weni­ger regel­mä­ßig auf mei­nem Blog konsumfrau.de über Natur­kos­me­tik, Slow Fashion und Bücher geschrie­ben hat­te, war irgend­wann die Luft raus. Je stär­ker mei­ne Reich­wei­te wuchs, des­to mehr Ein­la­dun­gen zu Events und Anfra­gen für Pro­dukt­re­zen­sio­nen bekam ich – und umso grö­ßer wur­de der Druck, zeit­nah anspruchs­vol­len Con­tent zu lie­fern. Das alles neben Job und eini­gen Ver­än­de­run­gen in mei­nem Pri­vat­le­ben, die mei­ne Frei­zeit auf ein Mini­mum redu­zier­ten. Irgend­wann streik­te ich unbe­wusst. Mein Notiz­buch war rand­voll mit Ideen für neue Blog­bei­trä­ge, aber ich brach­te kein Wort mehr „zu Papier“. Fast drei Jah­re lief nichts mehr bei der Konsumfrau.

Rück­blick

Mein Blo­gna­me war eine Anspie­lung auf unse­re Ver­ant­wor­tung als Kon­su­men­ten und soll­te mir im spe­zi­el­len auch mein Kon­sum­ver­hal­ten vor Augen füh­ren. Dabei woll­te ich mit mei­nem Kon­sum an beson­ders nach­hal­tig, öko­lo­gisch und fair pro­du­zier­ten Din­gen Inspi­ra­ti­on und Rat bie­ten, wie man beim Shop­pen mit sei­nem Geld die Welt in eine ande­re Rich­tung dre­hen kann …

Nach­fra­ge gene­riert das Ange­bot – simp­le as that! Mit jeder Kauf­ent­schei­dung (oder auch Kauf­ver­wei­ge­rung) set­zen wir ein Zei­chen. Als Kon­su­men­ten haben wir eine Macht, die dem ein­zel­nen sel­ten bewusst ist. Ein­kau­fen müs­sen (und wol­len) wir alle – war­um die­se selbst­ver­ständ­li­che Hand­lung nicht dafür nut­zen, die Welt ein biss­chen bes­ser zu machen?!

Die Kon­sum­frau

Doch die Kon­sum­frau ging irgend­wann unter in ihrem Kon­sum­wahn, der Mit­tel zum Zweck wur­de zum Selbst­zweck. Für neue Bei­trä­ge wur­den extra meh­re­re Arti­kel ver­schie­de­ner Mar­ken ange­schafft, um sie zu ver­glei­chen und damit noch mehr Leser auf das Blog zu locken. Kos­me­tik bekam ich irgend­wann kis­ten­wei­se zuge­schickt, von Events ging ich mit einem Roll­kof­fer voll Pro­duktsam­ples nach Hau­se. Ich konn­te das alles beim bes­ten Wil­len gar nicht auf­brau­chen. Zu viel des Guten!

Aus­blick

Einen Umzug aufs Land, eine Pan­de­mie und einen Job-Wech­sel ins Home­of­fice spä­ter schmin­ke ich mich kaum noch, kau­fe mir nur noch wenig Neu­es und kann mich so gar nicht mehr mit der Kon­sum­frau iden­ti­fi­zie­ren. Was geblie­ben ist: Ich schrei­be ger­ne. Im Blog­gen sehe ich nach wie vor ein Instru­ment, mei­ne Gedan­ken zu sor­tie­ren, mei­ne Schreiblust spie­le­risch aus­zu­pro­bie­ren und mich zu ver­bes­sern. Des­halb pro­bie­re ich es jetzt mit einem Neu­start. Ohne Zwang. Alles kann, nichts muss. Und falls sich mal ein Leser hier­her ver­irrt: Will­kom­men und viel Spaß beim Ent­wir­ren mei­ner Wort­knäu­el! Lass ger­ne einen Kom­men­tar da.

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