Voll im falschen Film

Ernstes Thema, humorvoll verpackt. Öffnet die Augen für die Struggles von Alkoholikern. War mir stellenweise aber zu überdreht.

Anfangs hat­te ich so mei­ne Start­schwie­rig­kei­ten: Die Haupt­fi­gur war mir nicht sehr sym­pa­thisch und der Humor wirk­te etwas gezwun­gen. Aber dann hat mich doch das Whod­u­nit-Fie­ber gepackt! Wer, bit­te­schön, hat die per­fi­de Idee, eine tro­cke­ne Alko­ho­li­ke­rin über’s Wochen­en­de in einen Retro-Par­ty­kel­ler ein­zu­sper­ren – mit Häpp­chen-Buf­fet und einer gut bestück­ten Haus­bar als ein­zi­ger Geträn­ke­quel­le?! Wie­der in Frei­heit, aber gefan­gen in der Sucht, sucht Nora Stern nach Ant­wor­ten. Denn ihre Kar­rie­re als TV-Schau­spie­le­rin und das Sor­ge­recht für ihre Kin­der ste­hen auf dem Spiel.

Nora wur­de mir zwar nicht sym­pa­thi­scher, aber wie sich die Hand­lung ent­wi­ckelt, fand ich so span­nend, dass ich dran­blei­ben muss­te. Man merkt, dass Wieb­ke Lorenz auch Dreh­buch­au­to­rin ist. Der Roman liest sich wie ein deut­scher TV-Film, der char­mant zwi­schen Komö­die, Roman­ze und Kri­mi schwankt. Manch­mal bleibt es dadurch etwas ober­fläch­lich, aber trotz­dem unter­halt­sam. In die Tie­fe geht es dafür beim The­ma Alko­ho­lis­mus. Ich fand Noras Abglei­ten in den Rück­fall, ihren Kampf dage­gen, auch ihren Kon­flikt mit dem wenig ver­ständ­nis­vol­len Haus­arzt (der aber eben­falls nach­voll­zieh­bar han­del­te), ihre Gedan­ken zur Stig­ma­ti­sie­rung und das alles, total glaub­wür­dig und inter­es­sant. Das macht mit die Span­nung in die­sem Roman aus.

Titel und Buch­ge­stal­tung fin­de ich ein­fach großartig!


Buchcover „Voll im falschen Film“ von Wiebke Lorenz

Voll im fal­schen Film
Wieb­ke Lorenz
Pend­ra­gon, 2026
ISBN 9783865329684

Die­ses E‑Book wur­de mir als kos­ten­lo­ses Rezen­si­ons­exem­plar über Net­Gal­ley zur Ver­fü­gung gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert