Der Prätorianer

Blutiger Thriller im nasskalten Kopenhagen. Etwas zu vorhersehbar und wenig spannende Hauptfiguren.

Tobi­as Buk­ke­have schickt uns in „Der Prä­to­ria­ner“ durch ein eisi­ges Novem­ber-Kopen­ha­gen, in dem es düs­ter und bru­tal zugeht. Es ist der Auf­takt einer Serie um die Kri­mi­nal­kom­mis­sa­rin Sara Levin und ihren Part­ner Janus West, die sich auf die Spur eines von der Anti­ke beses­se­nen Ritu­al­mör­ders bege­ben. Dabei bekom­men sie Unter­stüt­zung von Saras Bru­der Adam, einem Pro­fi­ler. Und zu guter Letzt holen sie auch noch den Rat von Saras und Adams Vater ein – der als ver­ur­teil­ter Mör­der im Gefäng­nis sitzt und irgend­wie mit die­sem Fall in Ver­bin­dung zu ste­hen scheint.

Klingt nach einem span­nen­den und viel­schich­ti­gen Plot, ver­liert unter­wegs aber lei­der deut­lich an Schwung. Man spürt an man­chen Stel­len den Ver­such, Schnit­zel­jagd-Klas­si­kern wie Illu­mi­na­ti oder Da Vin­ci Code nach­zu­ei­fern, doch dafür reicht das Tem­po schlicht nicht aus. 

Wo der Thril­ler Punk­te sam­meln kann, ist die Atmo­sphä­re: Wer Kopen­ha­gen kennt, bekommt hier reich­lich Lokal­ko­lo­rit, ech­te Stra­ßen­na­men und ein wun­der­bar trost­los-schö­nes Novem­ber-Set­ting ser­viert. Lei­der kön­nen die Figu­ren die Geschich­te nicht tra­gen und hin­ken der Hand­lung stän­dig zwei Schrit­te hin­ter­her. Gefühlt alle zehn Sei­ten wird wie­der­holt, wie gut Adam doch in sei­nem Job ist – show, don’t tell! Ich konn­te es jeden­falls an sei­nen Hand­lun­gen nicht sehen. Er wirkt eher ziem­lich unsym­pa­thisch. In der Hin­ter­grund­ge­schich­te um die Geschwis­ter und ihren mani­pu­la­ti­ven Vater steckt zwar noch Poten­zi­al für die wei­te­re Serie, aber ich will sie nicht näher ken­nen­ler­nen, die­se schreck­lich nicht net­te Familie.

Für Kopen­ha­gen-Fans, die düs­te­re Schau­plät­ze und blu­ti­ge Sze­nen lieben.


Buchcover „Der Prätorianer“ von Tobias Bukkehave

Der Prä­to­ria­ner
Tobi­as Buk­ke­have
dtv Ver­lag, 2026
ISBN 9783423450683

Die­ses E‑Book wur­de mir als kos­ten­lo­ses Rezen­si­ons­exem­plar über Net­Gal­ley zur Ver­fü­gung gestellt.

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